Am Mittwoch, 09.09.2026 verpasste das Wallis die Gelegenheit, sein Wahlsystem demokratischer zu gestalten. Der Grosse Rat lehnte die Motion von Clerc (Grüne), Melly (SVP) und Aymon (SP) mit 74 zu 51 Stimmen ab. Der Vorstoss forderte, das Wahlquorum auf 0 bis 5 Prozent zu senken. Damit behält das Wallis seine Wahlhürde von 8 Prozent. Das ist der höchste gesetzliche Wert in der Schweiz. Das Ergebnis enttäuscht die GLP Wallis.
Es erstaunt kaum, dass die Parteien mit den meisten Sitzen im Grossen Rat (Die Mitte, SVPO und FDP) gegen eine Senkung des Quorums stimmten. Sie wollen ihre Macht verteidigen und scheuen echten Wettbewerb. Das unter-streicht die Aussage der SVPO. Sie fordern offen, eine Zersplitterung des Parlaments zu verhindern und die Stabilität der etablierten Kräfte zu wahren. Die GLP Wallis lehnt diese Behauptung ab. In der Schweiz besitzen nur sieben Kantone ein gesetzliches Quorum. 19 Kantone kommen ohne eine solche Mindesthürde aus. Von handlungsunfähigen Parlamenten kann in diesen Kantonen keine Rede sein. Für die GLP Wallis zählt eine gute Vertretung der Walliser Wählerinnen und Wähler im Parlament mehr als das Argument der Zersplitterung.
Wer politische Mitwirkung ernst nimmt, schliesst die Stimmen kleinerer oder neuer Gruppierungen nicht von der Sitzverteilung aus. Mehr Vielfalt stärkt den Wettbewerb der Ideen und gibt neuen Bewegungen eine faire Chance. Das Nein vom vergangenen Mittwoch erstickt ein tieferes Quorum nicht nur direkt im Keim, sondern verhindert auch eine breite Vernehmlassung dazu. Die Walliser Politik verpasst damit einmal mehr die Chance auf ein modernes und repräsentatives Wahlsystem.
„Wir bleiben jedoch aktiv am Thema dran!“ – Die GLP Wallis